Am
20. Oktober fand in Cottbus die Konferenz „Regionale Identität und Tourismus,
organisiert von der IBA „Fürst- Pückler- Land“, statt. Es war ein Treffen der
Partner des INTERREG III B CADSES Projektes IdeQua, ein Projekt, das die
wirtschaftliche, soziale, kulturelle und territoriale Zusammenarbeit in Europa
fördern soll.
Zum
Einstieg in die Thematik standen Begrifffindungen der „regionalen Identität“
und „touristischen Entwicklung und Vermarktung“ auf dem Programm. Im zweiten
Block wurden anhand einzelner Fallbeispiele Maßnahmen, Strukturen und Probleme zur
Umsetzung von regionaler Identität deutlicher gemacht. Da die Stadt Cottbus
ebenfalls in dem Projekt vertreten ist, berichtete Frau Neumann vom Amt für
Stadtplanung und Stadtentwicklung von den Bemühungen in der Stadt zur
Identitätsfindung. Als beispielhaftes Projekt wählte sie unsere Stadtwerkstatt
„Neue Visionen brauchen Mut!“.
Sie
sprach im ersten Referatsteil über das Zusammenstellen eines Leitbildes. Die
Notwendigkeit, Visionen beziehungsweise solche Leitbilder zu formulieren,
bestand darin, dass strukturelle Umbrüche und eine negative demografische
Entwicklung eine neue Richtung wiesen und die Stadtentwicklung angepasst werden
musste. Im Jahr 2001 war ein damals schlüssiges Leitbild nach langen und
ausgiebigen Diskussionen gefunden worden.
Ziel
danach war es, die Bevölkerung und alle Institutionen in Cottbus mit den neuen
Zielsetzungen vertraut zu machen und durch eine positive Wahrnehmung
Verbundenheit und Engagement für die Stadt in diesem Sinne freizusetzen. Die
Leitbilder sollen Orientierungspunkte für Stadtpolitik, Stadtverwaltung, Wirtschaft
und den Bürger aufzeigen, wohin die Wege in Zukunft gehen sollen, gleichzeitig
Aktivitäten koordinieren, zu Denk- und Entscheidungsprozessen anregen und somit
Identität stiften und motivieren an der Zielumsetzung mitzuwirken. Die Prämisse
lautete: „Wenn ich mich identifiziere, bin ich bereit mitzubestimmen und mich
zu engagieren.“ (Originalton Frau Neumann).
Seitdem
sind knapp 5 Jahre vergangen. In der Zwischenzeit haben sich Voraussetzungen
geändert und neue Möglichkeiten ergeben. Das Leitbild muss notwendigerweise auf
den Prüfstand gesetzt und eventuell abgeändert werden. Aber dazu müssen die
entsprechenden Stellen wissen, wie die Einwohner über Cottbus denken. Und
unsere Stadtwerkstatt hat eine gute Variante gezeigt, wie die Zielsetzung neu
diskutiert werden kann.
Die
Referentin sprach über Informationsdefizite zwischen Einwohner und Stadtverwaltung,
obwohl die formularisierte Bürgerbeteiligung ordnungsgemäß durchgeführt wird. Aber
eine Bindung der Bürger daran fand kaum statt, jedenfalls keine bemerkbare. Das
Stadtwerkstatt-Team hat das Kommunikationsdefizit und daraus resultierende Missverständnisse
erfahren und versucht, die Bürger zu Aussagen und Meinungen über ihre Heimat zu
bewegen. Mit der offenen Tür während der Workshopwoche, Gesprächen zwischen
uns, den Organisatoren der Stadtwerkstatt, und den Einwohnern wurde eine andere
Möglichkeit der Bürgerbeteiligung ausprobiert, laut Neumann. Wir Studenten
fungierten als Mittler, (welche mit fachlichem
Hintergrundwissen, aber auch mit einem uneingenommenen Blick von Außen in die
Vorgänge der Stadtplanungsprozesse) die Position von neutralen Dritten zur
Vermittlung und den Abbau von Schwellen von Bürgern zum aktuellen
Planungsgeschehen einnahmen.
Aus
Sicht der Stadtverwaltung entstand damit eine neue und unkomplizierte Art um
Visionen für die Stadt zu entwickeln. Diese bilden wiederum eine geeignete Basis
um der Stadt (als Institution) Denkanstösse zu geben, den Mut eingefahrene
Gleise zu verlassen fordern und sich den neuen Ideen zu stellen und diese
weiterzuverfolgen. Laut Frau Neumann helfen die Arbeiten der Studenten der
Stadtverwaltung zu erkennen, dass erstmals negativ auftretende Fakten und
Gegebenheiten sich in veränderten Qualitäten niederschlagen können. „Man muss sie nur sehen und nutzen.“