Neue Visionen brauchen Mut
vom 30.07. - 07.08.2005 in Cottbus

Die Stadtwerkstattvorstellung bei der IDEQUA- Konferenz

Am 20. Oktober fand in Cottbus die Konferenz „Regionale Identität und Tourismus, organisiert von der IBA „Fürst- Pückler- Land“, statt. Es war ein Treffen der Partner des INTERREG III B CADSES Projektes IdeQua, ein Projekt, das die wirtschaftliche, soziale, kulturelle und territoriale Zusammenarbeit in Europa fördern soll.

Zum Einstieg in die Thematik standen Begrifffindungen der „regionalen Identität“ und „touristischen Entwicklung und Vermarktung“ auf dem Programm. Im zweiten Block wurden anhand einzelner Fallbeispiele Maßnahmen, Strukturen und Probleme zur Umsetzung von regionaler Identität deutlicher gemacht. Da die Stadt Cottbus ebenfalls in dem Projekt vertreten ist, berichtete Frau Neumann vom Amt für Stadtplanung und Stadtentwicklung von den Bemühungen in der Stadt zur Identitätsfindung. Als beispielhaftes Projekt wählte sie unsere Stadtwerkstatt „Neue Visionen brauchen Mut!“.

Sie sprach im ersten Referatsteil über das Zusammenstellen eines Leitbildes. Die Notwendigkeit, Visionen beziehungsweise solche Leitbilder zu formulieren, bestand darin, dass strukturelle Umbrüche und eine negative demografische Entwicklung eine neue Richtung wiesen und die Stadtentwicklung angepasst werden musste. Im Jahr 2001 war ein damals schlüssiges Leitbild nach langen und ausgiebigen Diskussionen gefunden worden.

Ziel danach war es, die Bevölkerung und alle Institutionen in Cottbus mit den neuen Zielsetzungen vertraut zu machen und durch eine positive Wahrnehmung Verbundenheit und Engagement für die Stadt in diesem Sinne freizusetzen. Die Leitbilder sollen Orientierungspunkte für Stadtpolitik, Stadtverwaltung, Wirtschaft und den Bürger aufzeigen, wohin die Wege in Zukunft gehen sollen, gleichzeitig Aktivitäten koordinieren, zu Denk- und Entscheidungsprozessen anregen und somit Identität stiften und motivieren an der Zielumsetzung mitzuwirken. Die Prämisse lautete: „Wenn ich mich identifiziere, bin ich bereit mitzubestimmen und mich zu engagieren.“ (Originalton Frau Neumann).

Seitdem sind knapp 5 Jahre vergangen. In der Zwischenzeit haben sich Voraussetzungen geändert und neue Möglichkeiten ergeben. Das Leitbild muss notwendigerweise auf den Prüfstand gesetzt und eventuell abgeändert werden. Aber dazu müssen die entsprechenden Stellen wissen, wie die Einwohner über Cottbus denken. Und unsere Stadtwerkstatt hat eine gute Variante gezeigt, wie die Zielsetzung neu diskutiert werden kann.

Die Referentin sprach über Informationsdefizite zwischen Einwohner und Stadtverwaltung, obwohl die formularisierte Bürgerbeteiligung ordnungsgemäß durchgeführt wird. Aber eine Bindung der Bürger daran fand kaum statt, jedenfalls keine bemerkbare. Das Stadtwerkstatt-Team hat das Kommunikationsdefizit und daraus resultierende Missverständnisse erfahren und versucht, die Bürger zu Aussagen und Meinungen über ihre Heimat zu bewegen. Mit der offenen Tür während der Workshopwoche, Gesprächen zwischen uns, den Organisatoren der Stadtwerkstatt, und den Einwohnern wurde eine andere Möglichkeit der Bürgerbeteiligung ausprobiert, laut Neumann. Wir Studenten fungierten als Mittler, (welche mit fachlichem Hintergrundwissen, aber auch mit einem uneingenommenen Blick von Außen in die Vorgänge der Stadtplanungsprozesse) die Position von neutralen Dritten zur Vermittlung und den Abbau von Schwellen von Bürgern zum aktuellen Planungsgeschehen einnahmen.

Aus Sicht der Stadtverwaltung entstand damit eine neue und unkomplizierte Art um Visionen für die Stadt zu entwickeln. Diese bilden wiederum eine geeignete Basis um der Stadt (als Institution) Denkanstösse zu geben, den Mut eingefahrene Gleise zu verlassen fordern und sich den neuen Ideen zu stellen und diese weiterzuverfolgen. Laut Frau Neumann helfen die Arbeiten der Studenten der Stadtverwaltung zu erkennen, dass erstmals negativ auftretende Fakten und Gegebenheiten sich in veränderten Qualitäten niederschlagen können. „Man muss sie nur sehen und nutzen.“

Unterstützer:

Förderverein der BTU Cottbus

AFA AG

Autohaus Schön