Insgesamt haben bis Ende September 88 Personen den Fragebogen ausgefüllt. Das Spektrum der Befragten umfaßte alle Altersklassen und sowohl Cottbuser als auch Gäste. Auf die Fragen nach drei Dingen oder Visionen, welche für die Zukunft der Stadt gewünscht werden, gibt es viele Antworten. Alle waren individuell und daher ist es schwer alle darzustellen. Wir haben aus diesem Grund die tendenziell gleichen Antworten zu einem Identifikationspunkt, Thema oder Zukunftswunsch zusammengefasst.
Wichtig zu benennen ist,
dass die Cottbuser neben den sozialen Bindungen einen starken Bezug zum
Erscheinungsbild der Stadt und den kulturellen Angeboten haben. Bei der
Zukunftsfrage verschob sich die Gewichtung deutlich in Richtung ökonomischer
und administrativer Aspekte.

Um jedem Interessierten
einen Überblick über die Bandbreite der Äußerungen zu geben, sind im Folgenden
weitere Meinungen aufgeführt. Es handelt sich hier um Aussagen, die schwer in
die schon benannten Kategorien einzugliedern sind. Wir haben uns entschlossen
sie als Zitate unkommentiert für sich sprechen zu lassen.
„…eigensinnig,
stur und besserwisserisch > das spiegelt sich in Ämtern und Politik wieder;
freundlich,
fleißig und liebenswert > ist leider durch hohe Bescheidenheit derer schwer
erkenntlich.“
"Cottbus
ist zwar eine "relativ kleine Stadt", ist mir aber trotzdem als
eigentliche Heimatstadt (bin in Brandenburg geboren) ans Herz gewachsen. Mit
den richtigen Leuten zusammen kann man hier sehr viel Spaß haben."
"In
Cottbus ist es schwer das richtige Abendprogramm zu finden, da im Vergleich zu
anderen Städten selber Größe zu wenig los ist."
"Es
fehlt ein Konzept zum Stadtumbau. Punktuelle Lösungen befriedigen nicht.
Entwickeln die Stadt auch nicht wirklich!
"Nach
Cottbus kommt man kurz wegen der Uni und ist dann wieder froh, wenn man wieder
weg kann."
"meckernde
Rentner"
"In
guter Tradition mit Fürst Pückler sollten Projekte im Bereich des Kennen lernen
von Neuem, Natur und Lebenslust(z.B. Kultur...) gefördert werden. Es bedarf
auch einer belebten Innenstadt, d.h. Bewohner der Innenstadt dürfen nicht nur
auf dem Privileg der nächtlichen Ruhe pochen dürfen. Mich schaudert es, wenn
ich höre das Projekte wie Dieselkraftwerk, wegen Lärmbelästigung nicht zur
Geltung kommen sollen."
"diese
Stadt macht einen furchtbar ungepflegten Eindruck, das Gras wuchert etc."
"Cottbus
ist viel besser als sein Image im Rest von Deutschland. Es gibt sehr schöne
renovierte Altbauten, ganz viel Grün, Badeseen und viele Ausflugsziele in der
Umgebung (Berlin, Dresden, Spreewald, Tagebauen etc.). Wenn es das Problem der
Arbeitslosigkeit nicht gäbe, wäre es die perfekte Stadt."
"Ich
habe sehr gern in Cottbus gelebt die einzigen Dinge die ich zu bemängeln habe
sind: nach 20.00 Uhr nicht mehr in Bahn unbedingt sicher, Abends ab und an zu
tote Hose in der Stadt und das ich bisher von OBin Rätzel enttäuscht bin."
"Es
kann nur vorwärts gehen wenn man sich von Kleinigkeiten und Rückschlägen nicht
aufhalten lässt.
"Abfahrtszeiten
der Straßenbahnen – sollten nicht alle auf einmal kommen, Kino sollte in der
Stadt sein.
"Ich
verfolge die Stagnation der Stadt mit Schrecken – alle Projekte werden
abgeblockt und die dadurch ausgelöste ständige Negativdiskussion macht den
subjektiven Eindruck noch schlimmer und schreckt Investoren ab."
"Cottbus
hat sich den Charakter einer kleinen Großstadt erhalten, das Zentrum ist überschaubar.
Kulturangebote gibt es reichlich.
"Mehr
Verbindung Stadt Cottbus – BTU, schnellere Entscheidungen im Rathaus für die
Stadt."
"Cottbus
hat seinen Charme, den CottbuserInnen fehlt dieser auf den ersten
Blick, sie sind aus der Erfahrung heraus abwartend, argwöhnisch, träge,
zunehmend egoistisch, aber trotzdem liebenswert. "
"Man schämt sich der sorbischen Tradition, verleugnet sie, ich bin in fünf
Jahren noch keinem Sorben begegnet, was sollen die sorbischen Straßennamen, es
gibt keine sorbische Identität. Die Leute sind vergrämt und verbittert (oft
unfreundlich) Cottbus wird vielfach nur benutzt. (Professoren, Ärzte etc.
pendeln zu ihrem Wohnort Berlin)"
Auch heir eine Auswahl von sehr aussagekräftigen Meinungen der Cottbuser und Gäste:
"Cottbus
sollte sich auf die Felder Wissenschaft/Forschung noch stärker konzentrieren
(Voraussetzung durch BTU und FH gegeben). Aufgrund der relativ vielfältigen
Nutzungsmöglichkeiten von den Tagebaufolgelandschaften sollte auch der Tourismus
entwickelt werden. Und der Dienstleistungssektor sollte mehr Beachtung
erfahren."
"Innenstadt
Autofrei - Rauchverbot überall im öffentlichen Raum - Sachsendorf wird von der
Landkarte gestrichen - auch keine teuren Plätze und "gestaltete Freiflächen"
mehr dort!"
"Die
Um- und Gestaltung der Stadt darf sich nicht nur auf Altstadt und einen
Stadtteil begrenzen. Cottbus heißt Altstadt + alle Stadtteile!"
"Die
leer stehenden Gebäude in Toplage wieder beleben. Mehr Angebot für die
Studenten schaffen."
"Cottbus
sollte klar definieren, was es will. Zukunftsfähig ist für mich eine grüne
Sportstadt die an erneuerbaren Energien forscht, diese Ergebnisse vermarktet
und somit Arbeitsplätze geschaffen werden. außerdem sollte das Zentrum mit
Einkaufszentrum und Kino aufgewertet werden."
"Cottbus
mit seiner Prägung durch den Braunkohle-Tagebau sollte sich in eine Stadt der
Zukunft wandeln, die durch dezentrale Energie- und Lebenskonzepte (Stärkung des
informellen Sektors) geprägt ist."
"Wenn
es weiter so geht wie bisher wohnen 2050 keine oder nur noch alte Menschen in
Cottbus. Die Jugendlichen sehen für sich keine Perspektiven. Ich würde mir
wünschen, dass sich das ändert und Cottbus wieder eine junge Stadt wird."
"Abriss
aller außen liegenden Einkaufszentren, Rückbau der Bahnhofsstrasse,
West-Umgehung, ..."
"Macht
die Stadt (nicht nur die Altstadt) grüner, bunter, vielseitiger und fröhlicher-
eine Stadt, die man gerne besucht, in der man gerne wohnt. Der Spreewald kann
bestimmt für sanften Tourismus genutzt werden. Durch Standortvorteile (günstige
Grundstücke...) könnte Industrie angelockt werden, und die wiederum würde neue
Arbeitsplätze mit sich bringen. Die Stadt hat auch wieder mehr Geld im
öffentlichen Haushalt und die Strukturprogramme können fortgesetzt werden. das
wiederum lockt Bevölkerung an. und so weiter und so fort..."
"Cottbus
hat in den letzten 40 Jahren eine widersprüchliche Entwicklung genommen. Bis
1989 ständiger Bevölkerungszuwachs von etwa 85.000 auf fast 130.000 und
geringer Zuwachs an Territorium. Ab 1990 Bevölkerungsrückgang auf heute 100.000
mit Perspektive 80.000 und mehr als Verdoppelung des Territoriums. Als erste
Varianten/Gedanken kommen mir zu diesem Widerspruch: - Radikaler Rückbau
einzelner Stadtteile (z.B. Neu-Schmellwitz bis etwa 2015) und Rückkehr zu einer
kompakten kleiner Stadt, oder Entwicklung eines völlig neuen Stadtbildes, das
es in dieser Form vielleicht noch nie gegeben hat: eine großflächige Wohnstadt
mit dünner Besiedlung, eine Art großer Wohnpark. Hat mit Sicherheit
strukturelle und ökonomische Konsequenzen, die zu untersuchen wären."
"Eine
weltoffene Stadt, Brücke zu Osteuropa."
"Lebensräume
für Jugendliche, die größer sind als Klamottenläden. Nachhaltiger Tourismus
damit die Stadt den Aufschwung schafft."
"Ich
hab einen kleinen persönlichen Wunsch, schon seit Jahren und zwar dass ich wenn
ich Mal eine größere Summe Geld gewinnen würde (nicht unmöglich) einen Teil
davon dem Tierpark etwas spenden. Ich liebe den CB Tierpark, ich bin mit ihm
groß geworden und ich versuche ihn min. einmal zu besuchen."
"Leben
in der Stadt."
"Die
Stadt bürgerfreundlich gestalten und solche Probleme wie Schwimmhalle / Kino /
E-Werk-Schließung in Zukunft schnell und unbürokratisch lösen, so dass die
Menschen sehen, dass es vorwärts geht und positiver in die Zukunft blicken."
"Einkaufen
+ Kultur + Universität + grüne Stadt sinnvoll verbinden, Cottbus als Stadt für
einheimische und Fremde erlebbar machen, sinnvolle Nutzung des BUGA Geländes
auch nach 2005."
"Cottbus
in 50 Jahren bildet die Schnittstelle zwischen dem Spreewald und dem neu
erschlossenen Touristengebiet "Lausitzer Seenland". Cottbus ist
Knotenpunkt vieler Touristenströme, die das kulturelle Nachtleben der Stadt
(mit ihren zahlreichen Lokalen, dem Jugendstiltheater, Festveranstaltungen
unter Parkkulissen, Spreeerlebnisfahrten...) gern mit dem rundherum in der
Lausitz entstandenen Seengebiet und dem Spreewald für 1-2 Tage bis hin zu 1
Woche verbinden wollen. Naturnaher Tourismus lautet das große Erholungskonzept
für Cottbus und lockt damit gestresste Großstädter aus Berlin. Auch polnische
Touristen nutzen die zahlreichen Angebote von Fahrradverleih bis hin zu
Kahnfahrten und Wasserwandern auf der Spree (die Spree hier betrachtet als
Wasserverbindung zwischen Spreewald und "Lausitzer Seenland". Das zweite
Standbein von Cottbus wird der Mittelstand sein, der unter anderem von den
guten wirtschaftlichen Kontakten zwischen Cottbus und Polen profitiert. Auch
polnische Unternehmen sichern in Cottbus Arbeitsplätze. Der Kohleabbau wird für
Cottbus keine große Rolle mehr spielen."
"Ein
gewaltloses Cottbus, …"
"Bessere
Ampelsteuerung für mehr Grünphasen auf Hauptverkehrsstraßen."
"…Cottbus
erkennt dies, wird entscheidungsfreudiger, schneller, impulsiver
und damit interessanter für alle die her kommen und die hier leben. Cottbus
wird gegen den Trend wachsen, denn Marktwirtschaft heißt auch, eigene Wege zu
gehen und immer von den Besten lernen. Die CottbuserInnen werden
aufgeschlossener, freundlicher, unternehmerischer und trotzdem hilfsbereit
sein, weil sie erkennen, dass Cottbus nicht nur städtebaulich interessant ist,
sondern vor allem durch die Lebensart seiner Einwohner."
"Cottbus
sollte ein Forschungszentrum für alternative Energien werden/bleiben. Die
Region sollte endlich verstehen, daß Cottbus als einzigstes verbliebenes urbanes
Zentrum der Lausitz massiv unterstützt werden muß, damit die Region überhaupt
eine Überlebenschance hat. Die noch hier gebliebenen Einwohner müssen sich
endlich mit diesem Landstrich identifizieren, um das innere Negativimage zu
überwinden, das jede zukunftsfähige Aktion verhindert.
"Cottbus
- ehemalige Metropole in der Lausitz - ist geprägt von einer durch den
Stadtrückbau noch durchgrünteren Stadtlandschaft. Vattenfall hat mittlerweile
auch die entvölkerten Städte Spremberg und Peitz abgebaggert. Im Zuge dessen
ist die BTU zu einer Eliteschule für Energiewissenschaften geworden und hat
ihren Ruf als internationale Bauakademie gestärkt."
"woanders
Arbeit finden"
"Leider
fällt uns im Moment in dieser Stadt gar nichts mehr ein!"
"Gibt
es, dazu reicht hier aber nicht der Platz und gerade meine Zeit nicht!"